Definition
Eine analytische Formel für die terminale (stationäre) Sinkgeschwindigkeit einer einzelnen kleinen starren Kugel unter Gravitation in einem viskosen Newtonschen Fluid im Kriechstrom‑Regime. Für eine Kugel mit Radius r und Dichte ρp in einem Fluid mit Dichte ρf und dynamischer Viskosität μ gilt Stokes' Gesetz v = (2/9)·(r^2(ρp−ρf)g)/μ, vorausgesetzt Re ≪ 1, isolierte Partikel, vernachlässigbare Wand‑ und Partikelwechselwirkungen und konstant‑eigenschaftliches Newtonsches Fluid.

Prinzip

Prinzip
Im Kriechstrom wird die stationäre Geschwindigkeit durch das Gleichgewicht von Auftriebskraft (treibend) und viskoser Stokes‑Widerstandskraft (bremsend) bestimmt; die Geschwindigkeit skaliert mit r^2, ist proportional zur Dichte­differenz und umgekehrt proportional zur Viskosität.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Szenario: Eine stark verdünnte Suspension identischer starrer Kugeln in einem ruhenden Newtonschen Fluid wird freigesetzt. Jede Kugel erreicht schnell die von Stokes vorhergesagte konstante Geschwindigkeit, weil die viskose Widerstandskraft mit der Geschwindigkeit zunimmt bis zum Kräftegleichgewicht.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Anwendung von Stokes' Gesetz auf nicht kugelförmige Partikel, auf Strömungen mit Re ≳ 0,1–1, auf konzentrierte Suspensionen oder auf nicht‑Newtonsche Fluide liefert fehlerhafte Ergebnisse, da die zugrundeliegenden Annahmen verletzt werden.

Konsequenz

Konsequenz
Wenn anwendbar, erlaubt Stokes' Gesetz Vorhersagen von Sedimentationsgeschwindigkeiten, Partikelabscheidungsleistungen und Dimensionierung von Absetzern; fehlerhafte Anwendung führt zu systematischer Über‑ oder Unterschätzung der Absetzzeiten.

Umkehrung

Umkehrung
Werden Trägheit oder Wirbelbildung wichtig, die Partikel sehr klein (Brown'sche Bewegung) oder Wandeffekte relevant, sind empirische Widerstands­korrelationen, Brown'sche Diffusionsmodelle oder Wandkorrekturen erforderlich.

Abgrenzung

Abgrenzung
Klar innerhalb: einzelne, starre, glatte Kugeln in einem Newtonschen Fluid bei Re ≪ 1. Randfall: Re ~ 0,1–1 oder mäßige Konzentration — Korrekturen nötig. Klar außerhalb: turbulente Strömung, stark nicht‑kugelförmige Partikel, Aggregate, verformbare Partikel oder nicht‑Newtonsche Medien.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Analytische Einfachheit (geschlossene Form in r, ρ, μ) vs. experimentelle Genauigkeit (Notwendigkeit empirischer Korrekturen bei Abweichung von Idealfällen).

Synthese

Synthese
Stokes' Gesetz ist eine grenzwertige mechanistische Relation, die zeigt, wie viskoser Widerstand und Auftrieb die Gleichgewichtsgeschwindigkeit im Kriechstrom bestimmen; es ist nützlich, wenn seine strengen Annahmen gelten, und bietet die Grundlage für systematische Korrekturen andernfalls.