Definition
Das Herausziehen, Verdrehen oder Verschieben von Garnen, Maschen oder Oberflächenfasern an der Stoffaußenseite durch äußeren Kontakt, das einen erhabenen Defekt, eine herausgezogene Masche oder eine lokale Unregelmäßigkeit der Stoffkante erzeugt; bei Maschenware kann ein Fadenzug zu Laufmaschen führen.

Prinzip

Prinzip
Wenn eine hervortretende Schlaufe, ein Filament oder ein schwaches Garn von einem vorspringenden Gegenstand ergriffen wird, übt die Zugkraft eine Verlagerung dieses Elements aus; bei Maschen kann dadurch die Kontinuität unterbrochen und Laufverhalten verursacht werden, bei Geweben mit Flor entstehen aufgerichtete Tufts oder Florverdrängung.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Szenario — Situation: Ein Pulloverärmel hakt an einem Metallreißverschlusszahn. Erkennen: Eine herausgezogene Schlaufe und eine sichtbare Erhebung. Handlung: Träger versucht, das Kleidungsstück zu befreien. Folge: Die Schlaufe kann sich dauerhaft verziehen oder bei Fadenbruch eine Laufmasche bzw. ein Loch entstehen, das repariert werden muss.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Abriebbedingtes Pilling mit Fadenzug gleichzusetzen — der Fehler ist, das Verfilzen oder Aufrauen der Oberfläche (Pilling) mit dem lokal bedingten Garnversatz durch Hängenbleiben zu verwechseln; Mechanik und Gegenmaßnahmen unterscheiden sich.

Konsequenz

Konsequenz
Fadenzug erzeugt sichtbare Oberflächendefekte, schädigt das Erscheinungsbild, kann sich in elastischen Konstruktionen zu strukturellem Versagen (Laufmaschen) ausweiten und erfordert häufig punktuelle Reparatur oder Austausch der betroffenen Fläche.

Umkehrung

Umkehrung
Stark gezwirnte oder thermisch gesetzte Garne sowie spezielle Ausrüstungen widerstehen dem Herausziehen besser, bleiben jedoch anfällig für Abrieb; Maßnahmen gegen Fadenzug führen oft zu Einbußen beim Griff oder Volumen, wodurch ihre Wirksamkeit begrenzt ist.

Abgrenzung

Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: herausgezogene Schlaufe oder Erhebung durch äußeren Kontakt mit sichtbarem Oberflächendefekt. Randfall: oberflächliche Florverlagerung bei geschorenem Stoff, die sich zurückbilden kann. Außerhalb: gleichmäßiger Abrieb oder Verblassung ohne Garnverlagerung.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Erscheinungsbild ↔ Griff/Haltbarkeit: Maßnahmen zur Reduktion von Fadenzug (dichtere Konstruktion, höherer Zwirn) verändern Griff, Wärme und Weichheit und bedingen Kompromisse.

Synthese

Synthese
Fadenzug ist ein oberflächenbezogenes Eingriffsversagen: lokal durch außen induzierte Garnverlagerung, die primär das Aussehen beeinträchtigt und bei Maschen in strukturelle Lücken übergehen kann, wenn sie nicht gestoppt wird.