Definition
Die Summe der Querschnittsflächen von Baumstämmen, gemessen in standardisierter Höhe (üblicherweise Brusthöhe), pro Flächeneinheit Gelände (häufig in m²·ha⁻¹ angegeben); eine Bestandeskennzahl zur Quantifizierung der Bestandsdichte, zur Abschätzung des Holzvolumens und zum Vergleich relativer Bestockung zwischen Parzellen nach angegebenem Messprotokoll.
Prinzip
Prinzip
Weil die Querschnittsfläche den Baumsgröße integriert, korreliert aggregierte Stockholzfläche mit dem Holzvolumen des Bestandes und der Konkurrenzdominanz unter Annahmen über Baumform und Holzdichte; Stockholzfläche ist ein Größen‑Aggregat‑Proxy und keine direkte Maßgröße der Gesamtbiomasse ohne artspezifische und höhenbasierte Umrechnungsfaktoren.
Demonstration
Demonstration
Demonstration (Verfahren): Für jeden Baum in einer 0,04 ha Probefläche DBH auf Protokollhöhe messen, die Stockholzfläche je Baum als π·(DBH/2)² (in m²) berechnen, aufsummieren und auf m²·ha⁻¹ hochrechnen. Die aufsummierte Stockholzfläche ermöglicht Bestandsvergleiche und speist empirische Volumengleichungen, wenn sie mit mittlerer Baumhöhe oder artspezifischen Formfaktoren kombiniert wird.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Nur aufgrund der Stockholzfläche auf Bestandsalter, Gesamtbiomasse oder Kohlenstoffvorrat zu schließen, ohne Zusammensetzung, mittlere Höhe und Holzdichte zu berücksichtigen. Der Fehler besteht darin, einen Querschnitts‑Proxy als vollständiges Volumen‑ oder Massenmaß zu behandeln.
Konsequenz
Konsequenz
Stockholzfläche wird breit für Schlagplanung, Bestockungsleitlinien und Wachstumsmodelle verwendet; Bewirtschaftungsmaßnahmen (Durchforstung, Belassung), die die Stockholzfläche verändern, beeinflussen Lichtverhältnisse, Wachstumsallokation und erwartete merkantile Volumenprognosen aus Bestandesdaten und Volumengleichungen.
Umkehrung
Umkehrung
In Beständen mit vielen mehrstämmigen Bäumen, Brettwurzeln oder starker Konizität kann die Messung in einheitlicher Höhe die Querschnittsfläche falsch darstellen; in solchen Fällen sind alternative Messregeln (Messung oberhalb des Wurzelaufschwungs, Separaterfassung der Stämme) erforderlich.
Abgrenzung
Abgrenzung
Klar innerhalb: aufsummierte Querschnittsfläche der Stämme in der standardisierten Messhöhe pro Flächeneinheit nach einem deklarierten Inventurprotokoll. Randfall: der Umgang mit mehrstämmigen Individuen oder basalen Schwellungen ist protokollabhängig. Klar außerhalb: Querschnitte von Ästen, Laub oder Wurzeln und nicht‑Stamm‑Holzvolumen sind keine Stockholzfläche.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Aggregierte Größenskala (Stockholzfläche) ↔ Individuenzählung (Stamdichte): Management muss flächen‑ und zählbasierte Indikatoren abwägen, da sie unterschiedlich auf Durchforstung und Verjüngung reagieren.
Synthese
Synthese
Stockholzfläche ist ein praktikabler, schnell berechenbarer Aggregatindikator der Baumgröße, der als Proxy für Holzvolumen und Konkurrenzstatus dient, jedoch für verlässliche Biomasse‑ oder Volumenschätzungen mit arts‑ und höhenspezifischen Umrechnungsfaktoren ergänzt werden muss.