 ##  [Mehrkriterien-Entscheidungsanalyse (MCDA)](/de/node/75013) 

 Definition

Eine Familie formaler Methoden zur Bewertung, zum Vergleich und zur Rangordnung von Alternativen durch Aggregation ihrer Leistungen über mehrere oft widersprüchliche Kriterien mittels eines festgelegten Präferenzmodells (z. B. gewichtete Summe/Wertfunktion, Outranking, multiattributive Nutzenfunktion oder AHP), typischerweise einschließlich Normierung, Gewichtung und Sensitivitätsanalyse.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Jede multi‑kriterielle Bewertung erfordert eine explizite Abbildung heterogener Kriterienmessungen auf eine gemeinsame Präferenzskala und eine Entscheidungsregel; die gewählte Abbildung und Regel enthalten normative Annahmen, die das Ergebnis bestimmen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario: Ein Auftraggeber wählt ein Fassadensystem. Ingenieure bewerten Alternativen nach thermischer Leistung, Kosten, Haltbarkeit und Ästhetik. Eine gewichtete Summe ergibt eine bevorzugte Lösung; eine Outranking‑Methode mit Mindestleistungsanforderungen kann eine andere Lösung bevorzugen. Eine Sensitivitätsanalyse zeigt, welche Gewichte die Wahl beeinflussen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Rohwerte unterschiedlicher Einheiten ohne Normierung direkt addieren; Rangordnungen als kardinale Werte behandeln; Gewichte erheben ohne Dokumentation der Stakeholder‑Präferenzen; oder annehmen, die Methodenwahl sei neutral, obwohl sie normative Folgen hat.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

MCDA macht Trade‑offs und implizite Wertentscheidungen sichtbar, unterstützt strukturierte Stakeholder‑Beteiligung und Robustheitsprüfungen und kann Entscheidungen verändern, indem sie aufzeigt, welche Kriterien oder Annahmen ausschlaggebend sind; Methode und Gewichte können aber die Ergebnisse wesentlich beeinflussen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Bei tiefgreifender Unsicherheit, stark probabilistischen Zielen oder wenn Entscheidungen primär regulatorische Anforderungen erfüllen müssen statt Kompromisse zu optimieren, können robuste Entscheidungsfindung oder szenarienbasierte Ansätze geeigneter sein als Standard‑MCDA.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Klare Anwendung: Auswahl unter Gestaltungsalternativen, die anhand mehrerer widersprüchlicher, messbarer Kriterien bewertet werden. Randfall: stark voneinander abhängige Kriterien oder Bedarf an gesamtwirtschaftlichen Nutzenfunktionen. Außerhalb: eindimensionales Optimierungsproblem oder rein qualitative Entscheidungsfindung ohne Quantifizierung.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Normative Transparenz ↔ Methodensensitivität: MCDA erzwingt die Explizierung von Wertentscheidungen, doch die analytische Rahmung und die Aggregationsregel tragen normative Implikationen, die mit Stakeholder‑Interessen kollidieren können.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

MCDA ist eine Rahmenfamilie, die Präferenzstruktur explizit macht: Sie verwandelt Messungen in Entscheidungen nur, wenn die gewählte Normierung, Gewichtung und Aggregation akzeptiert wird.